OT: Don't look now
PSYCHOTHRILLER: GB/I, 1973
Regie: Nicolas Roeg
Darsteller: Donald Sutherland, Julie Christie
Um über den tragischen Tod seiner Tochter Christine hinwegzukommen, nimmt der englischen Kirchenrestaurator John Baxter (Donald Sutherland) einen Auftrag in Venedig an. Seine Frau begleitet ihn. Durch Zufall lernen die Baxters dort ein mysteriöses Geschwisterpaar kennen, das behauptet, über übersinnliche Fähigkeiten zu verfügen und mit ihrer toten Tochter in Kontakt zu stehen. Zur selben Zeit wird die Stadt von einer unheimlichen Mordserie heimgesucht...
KRITIK:Die morbide Atmosphäre der Lagunenstadt mit ihren desolaten Fassaden, labyrinthartigen, dunklen Seitengassen, schmalen Brücken und nebelverhangenen Kanälen bietet natürlich den perfekten Schauplatz für dieses Frühsiebziger-Schauerstück um Verlust, Trauerarbeit und der Chronik eines angekündigten Todes in Venedig.
Der britische Regisseur Nicolas Roeg, ein ewig unterschätzter Meister seines Fachs, taucht die Leinwand (bzw. den Bildschirm, wir gucken hier eine DVD) in nasskalte Novemberregenfarben. Dabei entsteht eine ganze Reihe heftiger Gänsehaut- und Suspense-Momente. Einige Szenen haben Filmgeschichte geschrieben, etwa die äußerst freizügige und virtuos geschnittene Liebesszene im Hotelzimmer. Und wohl nur Hitchcocks Mord unter der Dusche wurde öfter imitiert als die erschreckende finale Mordsequenz in Don't Look Now, so der viel schönere Originaltitel.
Der Grund, warum der Film hier "nur" mit acht von zehn Punkten bewertet wird, liegt an der stellenweisen "Zähigkeit" des Plots.
Offensichtlich hat Roeg versucht, die dialoglastige Romanvorlage lückenlos auf Zelluloid zu bannen,
was die Spannungskurve zumindest in der ersten Filmhälfte etwas nach unten drückt.
Dennoch ist Don't Look Now ein düsteres Psychothriller-Meisterstück, das man gesehen haben muss.
Oft kopiert, nie erreicht - Sehen Sie lieber das Original: Wenn die Gondeln Trauer tragen ist ein atmosphärisch dichter Klassiker des Mystery-Thriller-Genres, der den morbiden Charme der Lagunenstadt Venedig ungemein wirkungsvoll auf die Leinwand bannt.