ZOMBIEKOMÖDIE: GB, 2009
Regie: Jake West
Darsteller: Danny Dyer, Stephen Graham, Noel Clarke, Christina Cole
Der arme Durchschnittsloser Vince hat an seiner Scheidung schwer zu kiefeln und wird von seinen Buddies Neil, Mickey, Matt, Patrick, Graham und Banksy zwecks Aufmunterung in ein malerisches Örtchen namens Moodley verschleppt, wo statistisch auf einen Mann vier Frauen kommen. Bloß hat niemand dazugesagt, dass die Damen des Dorfes zombiefiziert sind und Männer zum Fressen gern haben
KRITIK:Filmtipps.at nimmt seinen Bildungsauftrag ernst. Also zückt euer Vokabelheft: "To be in the doghouse" - in Schwierigkeiten sein; im übertragenen Sinne: Krach mit seiner Liebsten haben.
Damit wäre auch schon geklärt, was die gesellige Londoner Männerrunde bewegt, auf der Suche nach Beers and Tits die sichere Hauptstadt hinter sich zu lassen und in einem beschaulichen Provinzdörfchen einzufallen. Hauptsache aus der Reichweite der grantigen Herzensdamen zu Hause.
Doch wie die Inhaltsangabe schon vermuten lässt, wirds wohl nichts mit dem feucht-fröhlichen Männerabend. Schuld daran trägt ein Virus, der die weibliche Ortsbevölkerung in hysterische Zombies verwandelt hat, die unseren Helden mit Scheren, Spitzhacken, Fleischermessern, Zahnarztbohrern und zweckentfremdeten Haushaltsgerät zu Leibe rückt. Doch diese wissen sich zu wehren
Regisseur Jake West, der sich mit Filmen wie RAZOR BLADE SMILE oder EVIL ALIENS einen Namen im preisgünstig produzierten Funsplatter-Gewerbe britischer Herkunft gemacht hat, hat diesmal einen Batzen Geld in die Hand gedrückt bekommen. Das Ergebnis sieht folglich richtig gut aus und lässt dank vieler gut getimter Gags und einiger gschmackiger Spezialeffekte (erstaunlicherweise uncut) kaum Wünsche offen.
Klar, das Klassenziel des allseits beliebten SHAUN OF THE DEAD wird verfehlt. Aber nur relativ knapp.
Seine besten Momente hat der Film, wenn das Gerenne und das Splatstick- Gemetzel mal kurz pausiert und die prototypischen Vertreter der Männerwelt, die da wären: das sexy Arschloch, der Star Wars-Nerd, der sensible Frauenversteher, der Quotenschwule, der dicke Tollpatsch und der Esoteriker, ihre Sicht auf den Geschlechterkampf verbal darlegen lässt.
Das sorgt für lustige bis grenzwertige Zitate, die die Political Correctness-Grenzen mehr als einmal deutlich überschreiten. Aber hey, nirgendwo sonst darf das Kind im Mann mehr Kind im Mann sein als in einer Zombie-Com. In einer wirklich gelungenen Zombie-Com.
Machos vs. Zombies on Stilettos. Ätzender britischer Humor in einer ziemlich lässigen Zombie-Komödie, die den Begriff Geschlechterkampf äußerst kreativ und blutig auslegt.
In diesem Sinne: "There is worse things than getting divorced: Rape. Murder. Castration."