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The Black Phone

The Black Phone

HORROR: USA, 2022
Regie: Scott Derrickson
Darsteller: Mason Thames, Madeleine McGraw, Ethan Hawke, James Ransone

STORY:

In den 70er-Jahren treibt in Nord-Denver ein skrupelloser Kinder-Entführer sein Unwesen, denn alle nur den "Greifer" nennen. Auch der 13-jährige Finney gerät in die Fänge des Entführers. Die einzige Hoffnung scheint für den Jungen ausgerechnet ein schwarzes Telefon an der Wand zu sein, von dem er in seiner Gefangenschaft mysteriöse Anrufe erhält.

KRITIK:

Horror Fans dürfte die Erwähnung der Namen Joe Hill und Scott Derrickson ein wohliges Grinsen ins Gesicht zaubern. Ersterer ist nämlich niemand Geringeres als der Sohn von Horror-Papst Stephen King und hat sich auch selber bereits seine Sporen als Grusel-Autor verdient und schon für einige Film- und Serienprojekte der jüngeren Vergangenheit die literarische Vorlage geliefert (etwa für den Netflix Serienhit "Locke & Key").

Derrickson hingegen ist seines Zeichens ein Regisseur, der vor allem für seinen Schocker Sinister bekannt sein dürfte - unzweifelhaft einer der schockierendsten Mainstream-Horror-Filme der letzten Dekaden. Nach einem kurzen Zwischenspiel im Superhelden-Genre ("Doctor Strange") widmet sich Derrickson nun wieder seinem eigentlichen Metier und verfilmt mit The Black Phone die gleichnamige Kurzgeschichte von eben jenem Joe Hill. Eine vielversprechende Kollaboration also, welche naturgemäß hohe Erwartungen hervorruft.

Diese zu erfüllen gelingt dem Film auch über weite Strecken. Dabei fühlt man sich als Zuschauer im ersten Drittel eher in einem übernatürlichen Coming-of-Age-Abenteuer a la Stranger Things im 70er Jahre Setting, da sich Derrickson viel Zeit nimmt seine Figuren einzuführen und dem Zuschauer ihre (vielfach tragischen) Hintergründe bekannt zu machen. Dabei wird der Schulalltag von Finney und seiner Schwester Gwen und deren prekäres Zuhause schonungslos dargestellt - von Mobbing-Attacken bis zum Alkoholiker-Vater haben es Finney und Gwen wirklich nicht leicht und somit gleich von Beginn die Sympathien des Publikums auf ihrer Seite.

Die intensive Darstellung der beiden Jungdarsteller Mason Thames und Madeleine McGraw ist hierbei wirklich beachtlich und offenbart großes Talent. Folglich würde es wenige verwundern, wenn sich The Black Phone für die beiden als Türöffner für eine große Schauspielkarriere erweisen würde. Eine solche hat Ethan Hawke bereits hinter sich, doch auch er liefert als "Greifer" wie immer eine kongeniale Leistung.

Durch die schließlich erfolgte Entführung von Finney erfährt der Film einen harten Bruch und wandelt sich zum knallharten Entführungsthriller. Das Martyrium von Finney wird drastisch dargestellt und die Szenen zwischen ihm und dem Greifer sind an Intensität kaum zu überbieten. Die übernatürlichen Elemente der Geschichte werden fortan behutsam eingeführt und fügen sich organisch ins Story-Geschehen ein. Die damit verbundenen Jumpscares sind auch nie Selbstzweck, sondern perfekt platziert und schaffen es den Zuschauer immer wieder hochschrecken zu lassen. Zudem schafft er es der Film mit einigen unerwarteten Wendungen aufzuwarten und führt das Publikum auch gerne mal an der Nase rum.

Dass dabei schlussendlich ausgerechnet das große Finale arg konventionell und vorhersehbar verläuft ist der einzige Wermutstropfen an einem sonst rundum gelungenen Horror-Vergnügen. Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass uns Scott Derrickson nicht wieder zehn Jahre warten lässt, bis er erneut einen Horror-Film inszeniert.

The Black Phone Bild 1
The Black Phone Bild 2
The Black Phone Bild 3
The Black Phone Bild 4
FAZIT:

Der Name Scott Derrickson bleibt weiterhin ein Garant für exquisite Horror-Kost. Auch wenn sich "The Black Phone" über weite Strecken eher im Thriller-Bereich bewegt und auf allzu viele Jumpscares oder harten Splatter verzichtet, schafft es Derrickson dennoch die Spannungsschraube kontinuierlich anzudrehen und für eine bedrohliche Atmosphäre zu sorgen. Besonders hervorheben muss man dabei die grandiosen Darstellerleistungen der beiden Jungdarsteller Mason Thames und Madeleine McGraw, deren eindrückliche Performance nachhaltig in Erinnerung bleibt.

WERTUNG: 8/10
Gastreview von Niklas Klocker
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