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Hunter Hunter

Hunter Hunter

HORROR: CAN, 2020
Regie: Shawn Linden
Darsteller: Camille Sullivan, Summer H. Howell, Devon Sawa, Nick Stahl

STORY:

Angenommen, du bist ein kanadischer Trapper, der mit seiner Familie in einer Waldhütte lebt und sich von den Tieren ernährt, die er erledigt. Wenn du eines Tages einen riesigen Wolf entdeckst, der an einer menschlichen Hand knabbert, was tust du dann? Du musst das Tier erledigen, bevor es deine Familie anfällt. Als Vater Joseph nach 36 Stunden noch immer nicht zurückkehrt, macht sich in der Rest-Familie Panik breit ...

KRITIK:

Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, wie der Bildungsbürger weiß. Und Bildung ist überhaupt essentiell, wie man weiß. Besonders auf dem Gebiet des zeitgenössischen Survival- und Terrorkinos.

Wie die Moderatorin am slash-filmfestival erzählt, hat eine Schulklasse geschlossen die erste Vorführung von HUNTER HUNTER besucht. Mit welcher Gesichtsfarbe die jungen Menschen aus dem Kino gewankt sind, ist leider nicht überliefert. Aber zu entspannten Waldspaziergängen werden sie in nächster Zeit wohl kaum zu motivieren sein. HUNTER HUNTER ist nämlich kein Lärcherlschaß, wie man in meiner südösterreichischen, von Jagd, Ackerbau und Viehzucht geprägten Heimat zu sagen pflegt.

Bevor es richtig losgeht, werden erst einmal die Figuren eingeführt. Wir lernen Joseph, seine Frau Anne und die dreizehnjährige Tochter Renée kennen, die von ihren Eltern in der Waldhütte unterrichtet wird. Wobei hauptsächlich die Fächer schießen und Tiere häuten auf dem Lehrplan stehen. "It's a hard life", wird Joseph einmal sagen. Doch Joseph und Anne sind keine durchgeknallten Quer-"denker" oder paranoiden Wirrköpfe. Schnell wird klar, dass sie von der tristen wirtschaftlichen Realität zu einem quasi vormodernen Leben außerhalb der Zivilisation gezwungen wurden.

Eine Warnung diesbezüglich: Wer mit einer veganen Lebensweise sympathisiert oder sensibel auf (gestellte) Gewalt gegen Tiere reagiert, dem dürfte der Film auf eine ungute Weise auf den Magen schlagen.

Als wäre der Horror des wirtschaftlichen Überlebenskampfs - einmal muss Anne sogar einen Polizisten um Essen anbetteln - nicht schon beklemmend genug, entspinnt sich in diesem Wald ein handfestes Bedrohungsszenario, das den Zuseher in Spannungszustände versetzt, wie man sie nicht alle Tage erlebt. Ich will von der Handlung gar nicht mehr verraten. HUNTER HUNTER ist einer dieser Filme, die umso stärker wirken, je unvorbereiteter man sich auf sie einlässt.

Ein diffuses Gefühl von Bedrohung hängt von Anfang an in der Luft. Es dauert eine Zeitlang, bis sich die Bedrohung konkretisiert. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Die Spannungskurve steigt steil nach oben. Und das irre Finale dürfte härtegradmäßig Erinnerungen an die französische Terrorwelle der Nullerjahre wecken.

Hunter Hunter Bild 1
Hunter Hunter Bild 2
Hunter Hunter Bild 3
Hunter Hunter Bild 4
Hunter Hunter Bild 5
FAZIT:

Der dritte Film des kanadischen Regisseurs Shawn Linden, der auch das Drehbuch schrieb, ist eine kleines Hochspannungsjuwel. Aussteiger/Survivaldrama meets Terrorkino und macht definitiv keine Gefangenen. Ein Double Feature mit dem artverwandten, aber deutlich weniger harten Überraschungshit ALONE bietet sich an. 
Erhältlich vorläufig nur bei amerikanischen VoD-Anbietern. Eine deutsche Blu-ray-Veröffentlichubg wird hoffentlich nur eine Frage der Zeit sein.

WERTUNG: 8 von 10 Bärenfallen
Dein Kommentar >>
toxic | 12.10.2021 19:47
Läuft jetzt auf dem Fantasy Film Fest. Danke für den Tipp!
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