OT: The Sorcerer's Apprentice
FANTASY: USA, 2010
Regie: Jon Turteltaub
Darsteller: Nicolas Cage, Jay Baruchel, Alfred Molina, Monica Belluci, Alice Krige, Teresa Palmer
Der große Magier Baltazar (Nicolas Cage), ein Schüler Merlins, ist seit tausend Jahren auf der Suche nach dem nächsten obersten Merlinier, um die große Morgana, Erzfeindin Merlins, besiegen zu können. Wie so oft ist der Berufene ein Amerikaner, aus New York und noch dazu ein Nerd, wie er im Buche steht. Eine Paraderolle für Jay Baruchel.
KRITIK:Oops, I did it again. Oder doch: Oops, he did it again. Nicolay Cage im nächsten Filmdisaster. Ralph Zlabinger sitzt trotzdem am ersten Tag in Reihe drei. Ich kann gleich entwarnen. Im schlechtesten Blockbusterjahr seit Menschengedenken ist der Zauberlehrling dann doch so etwas wie ein Lichtblick geworden.
Ein Hollywoodblockbuster, der sich auf Goethes Zauberlehrling, den wir vermutlich alle in der Schule auswendig lernen mussten, beruft. Ob da der alte Meister im Grabe rotieren würde. Ich glaube nicht, der alte Schwerenöter würde eher klagen um auch ein bisschen am Gewinn mitnaschen zu dürfen, was ihm aber dann wahrscheinlich doch versagt bliebe, da der Film zumindest in den USA ein ziemlicher Flop war.
Natürlich ist die Story so abgedroschen wie nur möglich, aber der Film nimmt sich keine Sekunde ernst und ist erstaunlich selbstreferenziell und witzig geraten. Ich sag nur: Das sind nicht die Druiden, die ihr sucht.
Jay Baruchel spielt den Standardnerd, Erinnerungen an Kung Fu Panda werden wach, stolpert und stottert sich mit mehr Glück als Verstand durch seine Entwicklung vom Loser zum großen Magier und erobert dabei sein heißgeliebtes Mädchen, dazwischen darf er sich wirklich mit den außer Kontrolle geratenen Besen ("Immer neue Güsse bringt er schnell herein, Ach! und hundert Flüsse stürzen auf mich ein") herumschlagen.
Weiterer Lichtblick ist der Bösewicht alter Schule Maxim Horvath, dargestellt von Alfred Molina, der mit erstaunlicher Präsenz und netten Onelinern aus der vorpostmodernen Zeit den etwas abwesend wirkenden, aber wie immer grundsympathischen, dackelblickenden Nicolas Cage die Show stiehlt.
Große Schwachpunkt sind die Actionszenen und wie bereits erwähnt die Story. Das alles hat bei Harry Potter viel cooler ausgesehen, hier wirkt es sogar erstaunlich billig (wie immer die Frage, wo zur Hölle die 150 Millionen Dollar Budget hingekommen sind?). Die Magie bleibt dadurch eigentlich ein wenig auf der Strecke, der Film hat aber auch einen "wissenschaftlichen" Zugang zur Zauberei und außerdem einen ziemlich eigenen Look gewählt, somit geht das schon in Ordnung. Trotzdem wünscht man sich in der zweiten Hälfte dann doch ab und zu das Ende herbei. Die dann aber doch regelmäßig verzückt auflachenden Kinder in den Reihen hinter mir haben mir gezeigt, dass der Film seine Zielgruppe erreicht hat. Somit war "Papa" Ralph dann doch fast sowas wie zufrieden.
"Duell der Magier" erfindet das Rad nicht neu, krankt an seinen läppischen Actionszenen, ist aber dennoch, weil er sich mehr für seine Charaktere als für seine Schauwerte interessiert, ein grundlegend sympathischer Blockbuster mit dem Herzen am rechten Fleck, der aber immerhin einen anderen (neuen?), "aufgeklärten" Zugang zur Magie wählt, und vor allem durch seinen erfrischenden Unernst zu punkten versteht. Kann man sich ansehen, vor allem mit junger Begleitung.