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Die letzten Tage von Pompeji

Die letzten Tage von Pompeji

SANDALENFILM: I, 1959
Regie: Mario Bonnard, Sergio Leone
Darsteller: Steve Reeves, Fernando Rey, Christine Kaufmann

STORY:

Der römische Centurio Glaucus kehrt aus dem Krieg in seine Heimatstadt Pompeji zurück und findet das elterliche Anwesen in Trümmern und seine Familie tot vor. Eine Bande von Christen hat es auf die reichen Bewohner der Stadt abgesehen und Glaucus sagt ihnen den Kampf an. Doch sind es tatsächlich Christen, die sich unter den schwarzen Kapuzen der Bösewichte verstecken? Oder hat der Isis-Priester Arbaces etwas damit zu tun? Während Glaucus dem Geheimnis näher kommt, brauen sich über dem nahegelegenen Vesuv dunkle Wolken zusammen...

KRITIK:

Sergio Leone, Sergio Corbucci, Duccio Tessari, Enzo Barboni, ja sogar Maestro Fulci? die Reihe jener, die an diesem frühen Sandalenfilm aus den Cinecitta-Studios mitgewirkt haben, ist wahrlich beeindruckend. Selbstverständlich standen diese späteren Legenden hier noch allesamt am Anfang ihrer Karriere und durften lediglich aus der zweiten Reihe zu der Entstehung dieses Films beitragen. Mit Ausnahme von Leone, der in den Credits zwar (für die damalige Zeit durchaus ungewöhnlich) als Second-Unit-Regisseur genannt wird, tatsächlich aber einen Großteil dieses Historienschinkens höchstpersönlich in Szene gesetzt hat, nachdem der nominelle Regisseur Mario Bonnard schon am ersten Tag der Dreharbeiten einer Krankheit anheim fiel.

Leider lässt das Resultat nur wenig davon erahnen, zu welchen Großleistungen Leone sich nur fünf Jahre später mit seinem Meilenstein des Italowesterns "Für eine Handvoll Dollar" einmal hochschwingen würde. Verstehen wir uns nicht falsch, "Die letzten Tage von Pompeji" ist ein grundsolider, sorgfältig fotografierter und mit passablen Darstellern versehener Historienfilm. Letztlich aber nur Massenware und nicht mehr als eine Fingerübung aller Beteiligten auf ihrem Weg zu Ruhm und Ehre im Olymp des italienischen Genre-Kinos. Steve Reeves knüpft hier im Wesentlichen an seine Paraderolle als Herkules an und darf seinen gestählten Körper im Lendenschurz präsentieren, während er die Muskeln spielen lässt und gleichermaßen Bösewichte wie wilde Tiere vermöbelt.

Die damals erst 14jährige Christine Kaufmann sieht in erster Linie nett aus, trägt ansonsten aber kaum was zu diesem Film bei. Selbst Fernando Rey tut nur das, was er unbedingt tun muss und gibt den routiniertesten Schurken, den er drauf hat. Trotzdem haben wir es hier mit einem sehr kurzweiligen, durchaus ansehnlich ausgestatteten Film zu tun, der Spaß macht. Kein Meisterwerk wie "Ben Hur", aber wesentlich besser als vieles, was Cinecitta  in den kommenden Jahren noch hervorbringen sollte.

Eine Sichtung ist für Fans von Leone ohnehin Pflicht, auch wenn man sich bitte keine seiner späteren Großtaten erwarten darf. Epische Landschaftsaufnahmen? Close Ups von knorrigen Gesichtern? Nö, das alles gibt es hier nicht zu sehen. "Die letzten Tage von Pompeji" ist noch ein braves Kind seiner Zeit, mit rasierten Gesichtern und makellos sauberen Tuniken. Trotzdem: Wer auf Filme dieser Art steht, kann bedenkenlos zugreifen.

Die letzten Tage von Pompeji Bild 1
FAZIT:

Während sich über dem Vesuv dunkle Wolken zusammenbrauen, braut sich hinter der Kamera etwas ganz anderes zusammen. Fünf Jahre vor seinem Durchbruch, wagt sich Regie-Legende Leone zum ersten Mal an die Inszenierung eines Films. Das Resultat lässt zwar Talent erahnen, keineswegs aber, mit welcher Wucht der Maestro schon bald die italienische Kinolandschaft überrennen sollte. Für Leone-Fans ein Muss, für alle anderen ein vergnüglicher, angenehm altmodischer Historienfilm.

WERTUNG: 7/10
Gastreview von Stefan Barth
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