WESTERN/DRAMA: AUS, 2005
Regie: John Hillcoat
Darsteller: Guy Pearce, Ray Winstone, Emily Watson
Australien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Polizeichef Captain Stanley hat die beiden Brüder Charley und Mickey Burns, Mitglieder einer gefürchteten Verbrecherbande, gefasst und macht ihnen einen Vorschlag: Der 14jährige Mickey wird im Gefängnis behalten, während Charley seinen Bruder und Bandenchef Arthur umbringen muss. Er hat nur wenige Tage Zeit, ansonsten wird Mickey hingerichtet.
KRITIK:
In vielen klassischen Western, die auch ein hohes Maß an Gewalt transportieren, sterben die Statisten weg wie die Fliegen, ohne dabei auch nur einen Tropfen Blut zu verlieren...darüber hinaus tragen sie ihren Konfirmationsanzug und haben ein makelloses Zahnpasta-Lächeln...
The Proposition spielt in der gleichen Zeit aber in einer anderen Liga und
geht erfreulicherweise einen anderen, realistischeren Weg.
Die Figuren, mit dem Hammer frisiert ;)
und allesamt Träger von verfaulten Kauleisten, wirken glaubwürdig und zeitgemäß und tragen maßgeblich
zur beängstigenden, melancholischen Grundstimmung des Films bei.
Verstärkt wird diese noch durch die stimmungsvolle Musik von Nick Cave, die sich ähnlich wie bei Castellaris Keoma durch die Handlung zieht...
Das Drehbuch stammt übrigens auch von Nick Cave und behandelt neben den klassischen Western-Motiven auch Themen der australischen Geschichte wie die englische Besatzung, Konflikte zwischen sozialen Schichten und Ureinwohner-Problematik.
Charlie Burns (Guy Pearce) zieht also los um seinen gefürchteten Outlaw-Bruder auszuliefern um damit das Nesthäkchen seiner Halunken-Familie vor dem Galgen zu retten...eine kritische Angelegenheit also - gespickt mit überaus grauslichen Szenen - der es aber storytechnisch ein wenig an Substanz fehlt.
Dreckiger australischer "Anti-Western" für Hartgesottene, handwerklich perfekt!