DRAMA: USA, 1967
Regie: Arthur Penn
Darsteller: Warren Beatty, Faye Dunaway, Michael J. Pollard, Gene Hackman, Estelle Parsons, Gene Wilder
Angesiedelt im Südwesten der USA in den 20er Jahren am Höhepunkt der großen wirtschaftlichen Depression und Massenarbeitslosigkeit erzählt Bonnie and Clyde
die historisch belegte Geschichte jener Barrow-Gang, die jahrelang das Land durch eine Serie von Banküberfällen und Raubzügen in Atem gehalten hatte und als nahezu unverwundbar galt. Bald begann sich unter den Arbeitslosen und Ausgebeuteten eine Art romantischer Mythos und unverhohlene Sympathie für die Gangster zu entwickeln, ein Umstand, auf den die Polizei mit immer ohnmächtigerem Hass und größerer Gewalt reagierte ...
(Text: Gartenbaukino)
Meine Damen und Herren, wir haben es hier mit einem Klassiker zu tun. Einem der ganz großen Klassiker des New Hollywood. Blicken wir zurück in die Sixties: In Vietnam tobt ein sinnloser Krieg, der 50.000 amerikanischen Soldaten und beinahe einer Million Vietnamesen das Leben kosten wird. Auch in den USA selbst brodelt es: Rassenunruhen und Massenproteste erschüttern das Land, die Jugend probt den Aufstand, illegale Drogen und freie Liebe werden ausprobiert.
In diesem Klima schafft es eine Hand voll junger wilder Regisseure, das erzkonservative System Hollywood zu unterwandern.
Und die möglicherweise besten Filme aller Zeiten zu drehen.
Martin Scorsese, Dennis Hopper, Roman Polanski und Arthur Penn machten Schluss mit verlogenen Fifties-Kitsch und lächerlichem Helden-Pathos.
Statt dessen bannten die den ganz normale Wahnsinn da draußen auf Zelluloid:
Motorradfahrende Hippies, die von Spießern ermordet werden,
weil Andersartigkeit nicht toleriert werden kann (Easy Rider).
Ein traumatisierter Vietnam-Veteran, der die gewalttätigen Straßenschluchten New Yorks nicht mehr erträgt und Amok läuft. (Taxi Driver).
Bluttriefende Western und kompromisslose Mafia-Epen, die von der Gewalt erzählen, auf der die amerikanische Geschichte basiert.
(The Wild Bunch, The Godfather). Und die Gangsterballade Bonnie and Clyde:
Die wahre Geschichte eines Outlaw-Pärchens, das die Nation mit Banküberfällen und Raubzügen jahrelang in Atem hielt. Und damit zu Volkshelden wider Willen wurde.
Ein Film, der sämtliche Werte auf den Kopf stellte. Zum ersten Mal waren die "Bösen" die Sympathieträger.
Und ein Kino der Gegenkultur,
der Kompromisslosigkeit war plötzlich möglich.
Zugegeben, im direkten Vergleich zu Easy Rider oder Taxi Driver wirkt Bonnie and Clyde
relativ kommerziell - als ob der Erfolg kalkuliert gewesen wäre.
Und auch der etwas zu komödiantische Tonfall hat mich ein wenig irritiert, genauso wie ein paar Längen, über die es hinweg zu sehen gilt.
Aber selbstverständlich hat der Falter recht, wenn er Bonnie and Clyde
"eines der absoluten Meisterwerke der Sechzigerjahre" nennt.
Unglaublich, was für ein cooler Hund Warren Beatty einmal war.
Und was für ein herrlich sympathisches Outlaw-Pärchen Faye Dunaway und Warren Beatty abgeben.
Ihr Ende im Kugelhagel der Polizei ist wirklich fies ... und zweifellos einer der dramatischeren Momente der Filmgeschichte ...
Einer der ganz großen Klassiker des New Hollywood, jetzt zum wieder sehen oder neu entdecken auf der großen Leinwand des Gartenbaukinos.